Aus der Kirche austreten und bares Geld sparen
Wusstest du, dass der durchschnittliche deutsche zwischen 25€ und 50€ monatlich an Kirchensteuer zahlt? Wäre es nicht viel schöner dieses Geld auf dem Konto zu…
Inhaltsverzeichnis4 Kapitel

Wie trete ich aus der Kirche aus?
Liebe Leser von finanz-illuminati,
schön, dass ihr wieder da seid. Habt ihr euch eigentlich schonmal genauer mit euren Lohnzettel beschäftigt? Dort findest sich neben der Lohnsteuer und dem doofen Soli noch ein weiteres kleines Feld, welches meist mit Kst abgekürzt wird. Hierbei handelt es sich um die Kirchensteuer.
Doch im Gegensatz zur Lohnsteuer ist die Kirchensteuer eine freiwillige Steuer. Ja, richtig gehört. Hier kannst du tatsächlich wählen ob du diese bezahlen möchtest.
Vielleicht vorab gesagt. Dieser Artikel ist rein journalistisch und erlaubt sich kein Urteil gegenüber einen Glauben. Jeder darf seinen Glauben leben und das ist auch wichtig.
Ich persönlich frage mich hier zwar gerne ob wir für Glaube die Kirche brauchen, aber das ist vielleicht nur mein eigener und tiefst persönlicher Gedanke.

Was ist die Kirchensteuer eigentlich?
Die Kirchensteuer ist eine Steuer, welche Religionsgemeinschaften von ihren Mitgliedern kassieren. Bekannt ist diese in Ländern wie zum Beispiel der Schweiz oder aber auch Österreich. Mit der Kirchensteuer finanziert die Religionsgemeinschaft dann ihre Aufgaben.
Bleibt vielleicht noch zu sagen, dass zum Beispiel die Gehälter von Pastoren nicht mit der Kirchensteuer bezahlt werden. Diese Gelder kommen vom deutschen Staat.
Im übrigen lässt die katholische Kirche so manch Unternehmer vor Neid erblassen. Schließlich verfügte sie bereits 2013 über 200 Milliarden Euro Vermögen. Nebenbei ist die Kirche auch der größte Grundbesitzer in Deutschland. Ähnlich gute Locations hat nur die Bahn oder McDonalds.

Was kostet mich die Kirchensteuer jetzt?
Ach, das bisschen Kirchensteuer macht den Kohl doch jetzt auch nicht fett. Oder doch? Um hier eine bessere Beurteilung zu ermöglichen, findest du jetzt einige Bruttogehälter und deren Kirchensteuer. Der Einfachheit halber, habe ich hier mit einen Single aus Niedersachsen gerechnet. Natürlich gibt es auch andere Steuerklassen, doch bietet das Internet hier genug gute Rechner an.
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1.550€ brutto / 1.122€ / 7,93€ weniger
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2.000€ brutto /1.366€ netto / 16,74€ weniger
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2.500€ brutto / 1.635€ netto / 27,01€ weniger
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4.000€ brutto / 2.379€ netto / 62,70€ weniger
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6.000€ brutto / 3.305€ netto / 126,73€ weniger
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9.500€ brutto / 5.074€ netto / 257,23€ weniger
Ja, da staunst du was? Mal angenommen du verdienst im Monat 4.000€ brutto. Dann bezahlst du im Jahr 752€ Kirchensteuer. Das reicht für einen kleinen Urlaub.

Wie kann ich mir das Geld jetzt sparen?
Du möchtest die Kirche nicht mehr mit deinen hart erarbeiteten Geld subventionieren? Dann hast du hier tatsächlich eine Möglichkeit. Du kannst nämlich aus deiner Glaubensgemeinschaft austreten. Danach zahlst du keine Kirchensteuer mehr.
Mit diesem unchristlichen Vorhaben bist du übrigens nicht alleine. 2018 sind knapp 436.000 Menschen aus der christlichen Kirche ausgetreten.
Was kostet es aus der Kirche auszutreten?
Der Austritt aus der Kirche ist erstmal als kleine Investition zu sehen. Denn um austreten zu können musst du erst einmal 25€ an Gebühren blechen. Na gut, das ist zwar nicht cool, sollte sich allerdings innerhalb weniger Monate rechnen. Die Gebühren unterscheiden sich von Bundesland zu Bundesland. Während Niedersachsen mit 25€ dabei ist Brandenburg hier gebührenfrei. In Baden-Württemberg hingegen wird dich der Austritt bis zu 60€ kosten.
Um aus der Kirche austreten zu können musst du persönlich beim Standesamt deiner Gemeinde vorsprechen. Alternativ geht auch ein Notar. Denk dran, dass du hierfür deinen Personalausweis oder deinen Reisepass inklusive letzter Meldebescheinigung benötigst. Verheiratet oder geschieden? Dann lieber auch das Familienbuch mitnehmen.
Gesagt getan, beim Standesamt angekommen liest dir ein Mitarbeiter ein Formular vor und du darfst noch ein paar Zettel unterschreiben.
Nach dem Austritt informiert das Meldeamt dann das Finanzamt. Deinen Arbeitgeber solltest du selber noch einmal informieren. Mach das am besten schriftlich.
Und damit ist die Sache auch schon gegessen.