Unterschied zwischen den Aktien von Volkswagen VZ und Volkswagen ST

Die VW-Vorzugsaktie (Vz, WKN 766403) bringt mehr Dividende ohne Stimmrecht, die Stammaktie (St, 766400) stimmt mit ab. Du erfährst hier, welche zu dir passt.

Unterschiede bei der Volkswagen Aktie

Die Aktie von Volkswagen hat vor einigen Jahren kräftig für Rummel an den Börsen gesorgt. Stieg der Kurs doch plötzlich innerhalb von kürzester Zeit extrem an und fiel in genauso kurzer Zeit wieder. Die ganze verrückte Geschichte dazu erzähle ich dir am Ende dieses Artikels.

Doch die Volkswagen Aktie kann auch für Investoren sehr interessant sein. Wenn wir uns allerdings auf die Suche nach dem Automobilbauer aus Wolfsburg machen, dann finden wir tatsächlich zwei Aktien.

Unter der WKN 766403 versteckt sich die Volkswagen Vz-Aktie. Diese findest du auch unter der ISIN DE0007664039.

Hingegen findet sich unter der WKN 766400 und der ISIN DE0007664005 die Volkswagen St-Aktie. Worin genau der Unterschied liegt und welche Aktie wohl besser ist, besprechen wir in diesem Artikel.

Kurz gesagt

Vz steht für Vorzugsaktie. Sie bringt 6 Cent mehr Dividende, hat kein Stimmrecht und notiert im DAX. St steht für Stammaktie. Mit ihr stimmst du auf der Hauptversammlung ab, frei handelbar ist davon aber nur ein kleiner Rest. Beide verbriefen einen Anteil am selben Unternehmen.

Unterschied der Volkswagen VZ und Volkswagen ST Aktie

So stehen die beiden Gattungen aktuell an der Börse:

St Volkswagen Stammaktie
75,55 €Kurs
WKN
766400
ISIN
DE0007664005
Marktkapitalisierung
21,87 Mrd.€
Dividende je Aktie
5,20€
Dividendenrendite
6,82%
Stimmrecht
ja
Vz Volkswagen Vorzugsaktie
73,50 €Kurs
WKN
766403
ISIN
DE0007664039
Marktkapitalisierung
14,80 Mrd.€
Dividende je Aktie
5,20€
Dividendenrendite
6,99%
Stimmrecht
nein

Zuletzt wurden diese Daten am 16.07.2026 aktualisiert.


Was ist der Unterschied zwischen der Volkswagen Vz und Volkswagen St Aktie?

Das Unternehmen Volkswagen hat eine spannende Geschichte hinter sich. Schauen wir in diesem Fall allerdings auf die Struktur an der Börse, so sehen wir einen Effekt, der bei deutschen Aktien immer mal wieder vorkommt. Es wird getrennt zwischen der Volkswagen Vz Aktie und der Volkswagen St Aktie.

Hier haben wir einmal eine VW-Vorzugsaktie und einmal eine VW-Stammaktie. Und tatsächlich erklären die Namen die Funktion dieser beiden verschiedenen Aktien schon ganz gut.

Vorzugsaktien verbriefen Vorzüge, aber kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Dafür kriegen Eigentümer von Vorzugsaktien zum Beispiel mehr Dividende. Bist du also eher ein Kleinanleger ohne nennenswerte Anteile am Unternehmen und legst du Wert auf eine Dividende, so ist die Vorzugsaktie oft interessanter für dich.

Bei Volkswagen ist dieser Dividenden-Vorzug übrigens exakt beziffert. Die Vorzugsaktie bekommt 6 Cent mehr je Aktie als die Stammaktie, für das Geschäftsjahr 2025 waren das 5,26 € gegenüber 5,20 €. Wann VW und andere Unternehmen als Nächstes ausschütten, siehst du im Dividendenkalender. Und denk beim Rechnen daran, dass vom Brutto noch Steuern abgehen. Solche Werte ändern sich von Zeit zu Zeit mit jedem neuen Gewinn und jedem Beschluss der Hauptversammlung. Wenn du bei Dividenden auf dem Laufenden bleiben willst, wirf einen Blick auf aktien.guide*, dort siehst du die aktuellen Ausschüttungen beider Gattungen auf einen Blick.

Im Gegensatz zu der Vorzugsaktie genießt der Inhaber der Stammaktien ein Stimmrecht. Bei Stammaktien erhältst du also Mitspracherecht bei der Entlastung des Vorstandes einer AG. Ebenfalls kannst du bei der Besetzung des Aufsichtsrats deine Stimme abgeben. Auch die Dividende und die Höhe der Ausschüttung sind Punkte, die mit Stimmrechten bestimmt werden.

Andere Aktienunternehmen mit ähnlicher Struktur sind zum Beispiel Henkel oder BMW. Mit einem feinen Unterschied, bei Henkel notiert wie bei VW die Vorzugsaktie im DAX, bei BMW ist es die Stammaktie.

Was der Konzern Anlegern selbst über sich erzählt, liest du übrigens auf der Investor-Relations-Seite von Volkswagen.

Unterschied VW Vorzugsaktie und Stammaktie?


Darf ich mit einer Vorzugsaktie zur Hauptversammlung?

Nun stellt sich dem ein oder anderen vielleicht die Frage, ob er als Eigentümer einer Vorzugsaktie von Volkswagen doch jedenfalls zur Hauptversammlung gehen und sich gratis Würstchen abgreifen kann. Die Antwort darauf lautet ja. Auch Inhaber von Vorzugsaktien können der Hauptversammlung beiwohnen.

Nur bei den Abstimmungen bleibst du als Vorzugsaktionär außen vor. Mit einer kuriosen Ausnahme, die kaum jemand kennt. Fällt die Vorzugsdividende aus und wird sie im Folgejahr nicht nachgezahlt, lebt dein Stimmrecht auf (§ 140 Aktiengesetz). Du stimmst dann so lange mit ab, bis das Unternehmen die Rückstände beglichen hat.

Mit einer Vorzugsaktie zur Hauptversammlung


Wie steht der Volkswagen Konzern aktuell da?

Damit du die beiden Aktien nicht im luftleeren Raum bewerten musst, hier die wichtigsten Konzernzahlen aus dem laufenden Jahr. Sie stammen direkt aus dem Zahlenwerk von Volkswagen und werden hier regelmäßig aktualisiert.

Volkswagen Konzern in Zahlen Q1 2026
75,5 Mrd. Euro Umsatzerlöse in Q1 2026, 2% unter Q1 2025 (77,6 Mrd. Euro)
2,5 Mrd. Euro Operatives Ergebnis in Q1 2026, 14,3% unter Q1 2025 (2,9 Mrd. Euro); Umsatzrendite bei 3,3% (3,7%)
2,0 Mio. Fahrzeugabsatz in Q1 2026, 7% unter Q1 2025 (2,1 Mio.)
Mengendaten in Tsd.aktuellVorjahr+/-
Auslieferungen an Kunden (Fahrzeuge) 2.049 2.134 -4,0 %
Absatz (Fahrzeuge) 1.954 2.100 -6,9 %
Produktion (Fahrzeuge) 2.157 2.194 -1,7 %
Belegschaft (am 31.03.26 / 31.12.25) 657,4 662,9 -0,8 %

Zuletzt wurden diese Daten am 20.07.2026 aktualisiert.

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FAQ: Häufige Fragen zu den Volkswagen-Aktien

Was ist der Unterschied zwischen VW Vz und VW St?
Die Volkswagen Vz (WKN 766403) ist eine Vorzugsaktie, sie bringt 6 Cent mehr Dividende, hat aber kein Stimmrecht auf der Hauptversammlung. Die Volkswagen St (WKN 766400) ist die Stammaktie mit vollem Stimmrecht. Beide verbriefen einen Anteil am selben Unternehmen.
Warum gibt es zwei Volkswagen-Aktien?
Mit den zwei Gattungen holt sich Volkswagen Kapital vom Markt, ohne dass die Großaktionäre Macht abgeben. Die stimmberechtigten Stammaktien liegen fast komplett bei Porsche SE, dem Land Niedersachsen und Katar. Über die Vorzugsaktien beteiligt sich der freie Markt am Gewinn, ohne mitzubestimmen.
Welche VW-Aktie ist im DAX?
Im DAX notiert die Vorzugsaktie (WKN 766403). Sie hat den deutlich größeren Streubesitz und den liquideren Handel, deshalb steckt sie auch in den meisten ETFs auf deutsche Indizes.
Warum ist die VW-Stammaktie meist teurer als die Vorzugsaktie?
Weil das Stimmrecht einen Preis hat und nur ein kleiner Rest der Stammaktien überhaupt frei handelbar ist. Wer Kontrolle über Volkswagen will, muss Stammaktien kaufen und zahlt dafür eine Prämie. Das Kursverhältnis schwankt allerdings, zeitweise lagen auch die Vorzüge vorn.
Welche VW-Aktie hat mehr Dividende?
Die Vorzugsaktie. Sie bekommt satzungsgemäß 6 Cent mehr je Aktie, für das Geschäftsjahr 2025 waren es 5,26 € gegenüber 5,20 € für die Stammaktie.
Welche VW-Aktie soll ich kaufen?
Das musst du selbst entscheiden, deshalb nur die Logik dahinter. Geht es dir um Dividende, liquiden Handel und die Aktie aus dem DAX, spricht mehr für die Vorzugsaktie. Willst du auf der Hauptversammlung mitstimmen, brauchst du die Stammaktie. Für die meisten Privatanleger ist die Vz die praktischere Wahl.
Wem gehört Volkswagen?
Die Porsche SE (Holding der Familien Porsche und Piëch) hält gut die Hälfte der Stimmrechte, das Land Niedersachsen 20 Prozent und Katar rund 17 Prozent. Für den freien Handel bleibt bei den Stammaktien nur ein kleiner Rest, der Streubesitz konzentriert sich auf die Vorzugsaktien.
Was ist das VW-Gesetz?
Ein Sondergesetz nur für Volkswagen. Es senkt die Schwelle für eine Sperrminorität von üblichen 25 auf 20 Prozent. Damit kann das Land Niedersachsen mit seinen 20 Prozent wichtige Beschlüsse wie Standortschließungen blockieren.
Was war der VW Short Squeeze 2008?
Im Oktober 2008 trieb eine Leerverkäufer-Panik die VW-Stammaktie binnen zwei Tagen von rund 200 € auf über 1.000 €, Volkswagen war kurzzeitig das wertvollste Unternehmen der Welt. Die ganze Geschichte liest du direkt unter diesen FAQ.
Darf ich mit Vorzugsaktien zur Hauptversammlung?
Ja. Als Vorzugsaktionär darfst du teilnehmen, zuhören und Fragen stellen. Nur bei den Abstimmungen bleibst du außen vor, es sei denn, deine Vorzugsdividende ist ausgefallen.
Können Vorzugsaktien ein Stimmrecht bekommen?
Ja, das regelt § 140 Aktiengesetz. Wird die Vorzugsdividende nicht gezahlt und im Folgejahr nicht nachgeholt, lebt das Stimmrecht der Vorzugsaktionäre auf und bleibt, bis die Rückstände beglichen sind.
Welche anderen deutschen Aktien gibt es als St und Vz?
Zum Beispiel Henkel, BMW, Sixt, Fuchs und Drägerwerk. Interessant dabei, bei Henkel notiert wie bei VW die Vorzugsaktie im DAX, bei BMW dagegen die Stammaktie.
Was ist der Unterschied zwischen VW, Porsche AG und Porsche SE?
Drei verschiedene Börsenwerte. Die Volkswagen AG ist der Konzern selbst. Die Porsche AG ist der Sportwagenbauer, seit 2022 eigenständig notiert. Die Porsche SE ist die Beteiligungs-Holding der Familien Porsche und Piëch, die die Mehrheit der VW-Stimmrechte hält.

Als die VW-Aktie für zwei Tage das wertvollste Unternehmen der Welt war

Zum Schluss die Geschichte, die ich dir am Anfang versprochen habe. Sie spielt im Oktober 2008, mitten in der Finanzkrise. Und sie handelt genau von dem Unterschied, den du gerade gelesen hast.

Die Ausgangslage. Porsche kaufte seit Monaten heimlich Volkswagen-Stammaktien zusammen, denn der kleine Sportwagenbauer wollte den riesigen VW-Konzern übernehmen. Gleichzeitig wetteten Hedgefonds massiv auf einen fallenden VW-Kurs. Sie verkauften geliehene Stammaktien leer und wollten sie später billiger zurückkaufen, die Differenz wäre ihr Gewinn gewesen. Rund 12 Prozent aller Stammaktien waren auf diese Weise verkauft, ohne den Verkäufern zu gehören.

Am Sonntag, dem 26. Oktober 2008, ließ Porsche die Bombe platzen. Der Konzern hielt 42,6 Prozent der Stammaktien und hatte sich über Optionen den Zugriff auf weitere 31,5 Prozent gesichert, zusammen fast 75 Prozent. Dazu lagen 20 Prozent unverkäuflich beim Land Niedersachsen. Jeder am Markt konnte die Rechnung selbst anstellen. Für alle anderen blieben nicht einmal 6 Prozent der Stammaktien übrig und 12 Prozent waren leerverkauft.

Die Leerverkäufer MUSSTEN kaufen, um ihre geliehenen Aktien zurückzugeben. Nur gab es fast nichts mehr zu kaufen. Am Montag sprang der Kurs von gut 200 € auf über 500 €. Am Dienstag, dem 28. Oktober 2008, zahlten verzweifelte Fonds in der Spitze über 1.000 € für eine einzige VW-Stammaktie.

1.005 € Intraday-Hoch der VW-Stammaktie am 28. Oktober 2008 Wenige Tage zuvor kostete dieselbe Aktie rund 200 €. Volkswagen überholte beim Börsenwert kurzzeitig ExxonMobil als wertvollstes Unternehmen der Welt.

Für einen Wimpernschlag der Börsengeschichte war ein Autobauer aus Wolfsburg damit mehr wert als jeder Ölkonzern der Erde. Mit Fundamentaldaten hatte das nichts zu tun, es war pure Mechanik aus Angebot, Nachfrage und Panik. Solche Ausschläge kennst du heute höchstens von Krypto, damals lieferte sie ausgerechnet ein deutscher Autobauer. Die Hedgefonds verloren Milliarden, ein Krisengewinner-Image blieb an Porsche hängen.

Das Ende der Geschichte kennt die Ironie nur aus dem Lehrbuch. Porsche hatte sich mit der Übernahmeschlacht finanziell übernommen und ein Jahr später drehte sich der Spieß um. Volkswagen schluckte das operative Porsche-Geschäft und die Familien Porsche und Piëch kontrollieren den Konzern seitdem über ihre Holding Porsche SE, mit gut der Hälfte der Stimmrechte. Genau deshalb sind die frei handelbaren VW-Stammaktien bis heute so selten und genau deshalb gibt es diesen Artikel.

Wer den Unterschied zwischen St und Vz verstanden hat, hat 2008 übrigens auch verstanden. Der Squeeze war nur möglich, weil das Spielfeld der stimmberechtigten Stammaktien so winzig ist. Die Vorzugsaktie, die du heute im DAX findest, blieb von dem Spektakel weitgehend verschont.

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