Wie viele Depots darf ich haben? Wie viele Depots sind sinnvoll?
Seit 2 Jahren ist die Anzahl der Broker, die uns in Deutschland zur Verfügung stehen kräftig gestiegen. Die meisten dieser Anbieter kommen aus dem Bereich der…
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Darum sind mehrere Depots sehr sinnvoll
Seit 2 Jahren ist die Anzahl der Broker, die uns in Deutschland zur Verfügung stehen kräftig gestiegen. Die meisten dieser Anbieter kommen aus dem Bereich der Neo Broker. Das sind neue Broker die durch sehr günstige Preismodelle auffallen. In den Erfahrungsberichten zu Brokern kannst du hier mehr lesen. Darunter fallen zum Beispiel Anbieter wie Trade Republic, Smartbroker und Scalable Capital. Diese stellen damit eine Konkurrenz zu Consorsbank und Konsorten dar.
Bei all der Anzahl an Brokern kommt schnell die Frage auf wie viele Depots ich eigentlich führen darf und wie viele Depots ich wirklich haben sollte.
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Warum sind mehrere Depots sinnvoll?
Bei meinen Depots habe ich gerne mehrere Pferde im Stall. Das hat schon mit den ganz einfachen Grund zu tun, dass durch Volatilitäten oder IT Störungen ein Broker auch mal außer Gefecht gesetzt werden kann. Besonders zu Zeiten, an denen es an der Börse heiß hergeht, haben wir dies in der Vergangenheit schon häufiger beobachten müssen. Und wenn eine für dich spannende Aktie für einen kurzen Moment um 30% nachgibt, dann ist es bitter diese Chance zu verpassen, nur weil in deinem Börsen-Equipment nicht mehr als ein Broker vorhanden war.
Einige Broker verfügen nur über einen einzigen Handelsplatz oder geben bei volatilen Märkten nach. Ich rüste daher gerne die Verrechnungskonten von mehreren Depots auf, um immer Handlungsfähig zu bleiben.

Krisen und Katastrophen
Ein weiterer Punkt, der aber hoffentlich nie eintritt, ist eine Krise. Auch Krisen- und Katastrophenmanagement gehört zu unseren Aufgaben als guter Bürger. Bank-Run, Stromausfall, Krieg, globale Pandemien die uns alle ins Unheil stürzen. Solche Szenarien geschehen nicht nur im Roman “Blackout” von Marc Elsberg, sondern sind bereits in der Realität passiert und tragen sich immer wieder zu. Die meisten von uns haben wohl weder den Feuerlöscher noch Kurbelradio oder ausreichend Wasservorräte zu Hause gelagert - so wie es das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in seiner Broschüre empfiehlt. Da sollte zumindest die Thematik des Geldes, grade bei uns Investoren, geklärt sein.

Neben einer ausreichenden Menge an Bargeld sollten wir auch Kontoinformationen im Haus parat halten. Für den Notfall gehört dies alles in eine Dokumentenmappe, die jederzeit griffbereit ist. Da ich davon ausgehe, dass in einem Extremfall die Versorgung von Bargeld zuerst eingeschränkt und dann irgendwann ausgesetzt ist, habe ich auch hier mein Vermögen gerne auf verschiedene Anbieter verteilt um eine erhöhte Diversifikation und eine höhere Chance auf Vermögensrettung zu haben.

Einlagensicherung und Brokerpleite
Ein weiterer bisher zum Glück nur theoretischer Punkt ist die Broker- oder Bankenpleite. Zwar gehören deine Wertpapiere dir und deine ETFs sind ein Sondervermögen, welche allesamt nur von der Bank verwahrt werden. Dennoch steht dir hier wohl ein unangenehmer Vorgang bevor, der zumindest eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird. Gerade als Einkommensinvestor wäre es mir hier lieber, wenn zum Beispiel nur 1/6 meines Kapitals vorübergehend ausfällt.
Ein anderer Punkt ist die Einlagensicherung von 100.000€. Dieses bezieht sich nicht auf das Depot, sondern auf das Verrechnungskonto. Und wahrscheinlich haben die wenigsten von uns 100.000€ pro Verrechnungskonto einfach so herumliegen. Doch fühlt es sich vielleicht nicht sogar ein wenig sicherer an, wenn du weißt, dass auch dieses Risiko auf mehrere Anbieter verteilt ist?

Eigene Strategie je Depot
Eine Methode, die von vielen von euch gerne verfolgt wird, ist die Aufteilung nach Depot. Jeder Broker hat dort für euch eine andere Daseinsberechtigung und wird mit einer anderen Strategie bespart. So kaufst du beim einen Broker vielleicht nur Wachstumswerte oder Dividenden-Aktien und beim anderen Broker geht es eher in Richtung Hebelprodukte. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Alle Vorteile der Broker nutzen
Viele Broker haben viele Vorteile. So ermöglichen dir einige sehr günstige Sparpläne. Bei anderen Brokern kannst du kostenfrei handeln. Andere haben lange Handelszeiten oder ermöglichen dir die einfache Teilnahme an einem Börsen IPO. Kurz um: Jeder Broker kann etwas - aber keiner kann alles.
Wenn du als Investor jetzt aber nicht von der Angebotsentwicklung deines Brokers abhängig sein möchtest, dann kannst du deinen Vorteil nutzen und dir über die Wahl von verschiedenen Brokern dein Gesamtpaket zusammenstellen.

Wie viele Depots darf ich haben?
Bei der Auswahl deiner Depots bist du nicht eingeschränkt. Und zumindest alle Broker aus diesem Vergleich führen meines Wissens nach keine Schufa-Abfrage durch. Logisch, Broker funktionieren im Normalfall auch nur auf Guthaben Basis.
Irgendwann wird es natürlich eine sehr hohe Anzahl an Depots und wenn du alle nutzt, dann kann es mit der Steuer auch ein wenig unübersichtlich werden. Wichtig ist hierbei allerdings auch, dass du deinen kombinierten Steuerfreibetrag nicht höher als 801€ oder 1.602€ stellst. Ich persönlich fahre mit 3-6 Depots sehr gut und denke, dass ich diese Lösung langfristig beibehalten möchte. Wichtig ist auch, dass die Entscheidung über die Zahl deiner Broker eine rein persönliche Entscheidung ist. Du selber musst mit deiner Entscheidung leben können und dich hierbei gut fühlen.