Eine pauschale „Dividendenstrategie" gibt es streng genommen nicht.
Wer mir auf Instagram folgt und dort schon einmal per Direktnachricht oder Kommentar unter einem der Bilder mit mir in Kontakt geraten ist, der weiß, dass ich auf eine Frage zuerst sehr viele Gegenfragen stelle. Unter anderem ist eine Frage die Frage nach der Strategie und dem Anlagehorizont. In diesem Fall erwarte ich meist eine sehr ausführliche Antwort, welche deine persönliche und finanzielle Situation verständlich beschreibt und dein Risikoprofil und deine Möglichkeiten sowie deine finanziellen als auch zeitlich eingeordneten Ziele für mich übersichtlich darstellt.
Etwas häufiger bekomme ich dann leider "1-Wort-Antworten" zurück.
Das ist schön und gut. Allerdings sind die Dividende mit eins der Themen, die an der Börse am einfachsten zu verstehen sind. Daher ist es auch weder verwunderlich noch verwerflich irgendwann über das tolle Wort "Dividendenstrategie" zu stolpern.
Und im Rückblick, hätte mir jemand früher gesagt, dass wenn ich mein Geld heute nicht ausgebe, sondern in Aktien stecke, dass ich dann für den Rest meines Lebens Zahlungen erhalte, ohne dafür einen Finger krumm machen zu müssen, dann wäre ich wohl bereits mit 10 Jahren an der Börse gewesen. Sei es drum. Bei mir hat es noch 14 weitere Jahre gebraucht, bis ich verstanden habe, wie wichtig es ist, das eigene Geld anzulegen. Unvernünftiger als eine schlecht recherchierte, Börsenstrategie ist wahrscheinlich nur gar keine Ambitionen dafür zu haben Geld für das Alter und die Rente zurückzulegen.
Doch was stört mich nun an dem Begriff Dividendenstrategie? Wieso kann ich diese Antwort auf meine Frage nicht durchgehen lassen?
Weil die Antwort nicht präzise genug ist. Was bringt es dir "ALL IN Dividende", dafür aber "Yolo Kurs" zu gehen.
Das Resultat habe ich bei mir schon häufiger erlebt. Aktien wie Kraft Heinz, Imperial Brands und Royal Dutch Shell prahlen mit stetigen Abwärtsbewegungen. Wobei ich bei zweiterer und dritter Aktie persönlich immer noch auf ein gutes Investment (für mich) setze. Das hat aber mehr mit dem Einstiegskurs zu tun. Lass mich dir mit folgenden beiden Beispielen aus dem Aktien.Guide* zeigen, was ich meine.
An der Imperial Brands Aktie sehen wir, dass eine Aktie über viele Jahre sehr stark im Kurs sinken kann. Du bekommst in dieser Zeit Dividenden. Du bist allerdings jahrelang damit beschäftigt deine Kursverluste auszugleichen.
Auch bei der Aktie von Kraft Heinz sehen wir, dass eine stetige Dividende toll ist. Es wahrscheinlich aber noch schöner wäre, wenn auch der Kurs weiter steigen würde. Kraft Heinz ist eine Aktie die einmal fast bei 100 USD notierte, bevor der rasante Abstieg in Richtung 20$ seinen Lauf nimm und wie ein immer größer werdenden Schneeball unaufhaltsam mehr Schaden anrichtete.
Natürlich können Aktien sich auch wieder erholen. Doch gibt es auch Aktie die über jahrzehntelang nur seitwärts laufen. In diesem Fall ist die Dividende der einzige Wermutstropfen. Zwar trösten sich viele mit Sprüchen wie "bekomme ja weiterhin meine Dividende". Doch auch diese wurden in den genannten beiden Fällen von Imperial Brands und Kraft Heinz massiv reduziert. Und dann liegt die YOC Dividendenrendite vielleicht nur noch bei 3%. Und eigentlich haben wir uns vielleicht eine Gesamtrendite von 10% als Ziel gesetzt. Auf jeden Fall ist das kein optimaler Verlauf.
Von daher ist es wichtig sich nicht nur auf eine "Dividendenstrategie" zu beziehen. Denn es gibt keine Dividendenstrategie. Oder aus einem anderen Blickwinkel betrachtet gibt es ganz viele verschiedenen Dividendenstrategien.
Denn eigentlich setzt du dir eine allgemeine Strategie mit klaren Einstiegs- und Ausstiegspunkten. Die Dividendenstrategie sehe ich persönlich wie einen Filter auf diese Einstellung. Ähnlich wie, wenn du ETFs nach thesaurierend und ausschüttend filterst. Du setzt dir eine Strategie und entscheidest dich für einen hohen Anteil bei den Ausschüttungen.